Mit „Ragdolls“ werden in den USA eigentlich handgenähte Puppen aus Stoffresten („rags“) bezeichnet. Das flauschige lange Fell gab jedoch auch dieser Katzenrasse ihren Namen, die ab den 60er Jahren gezüchtet wurde und die vor allem als Familienkatze eine gute Wahl ist.

Die Geschichte der Ragdoll Katzen

Als Urmutter der Ragdolls gilt die Katze Josephine, eine hübsche Mischlingskatze mit Angora- und Perserkatzen in den Vorfahren, die mit ihrer Besitzerin in Kalifornien lebte. Josephine produzierte immer wieder Nachwuchs mit unbekannten Vätern, die dem Aussehen der Kittens nach zu urteilen Birmanen oder Burmesen gewesen sein mussten. Aus diesen Würfen wählte die Nachbarin Ann Baker mehrere Kätzchen mit schönen Zeichnungen aus, darunter den Kater Daddy Warbucks, der mit den Katzen Fugianna und Buckwheat Nachwuchs zeugte – die ersten echten „Ragdoll“-Katzen.

Auch den Namen „Ragdoll“ für die neue Katzenrasse dachte sich Ann Baker selbst aus und ließ ihn 1971 zusammen mit ihrer eigenen „International Ragdoll Cat Association“ (IRCA) patentierten. Vermutlich wären die Ragdolls einem sehr kleinen Kreis an Liebhabern vorbehalten geblieben, wenn Denny und Laura Dayton sich nicht 1975 von der IRCA losgesagt hätten um den Ragdolls Anerkennung bei den offiziellen amerikanischen Katzenzüchterverbänden zu schaffen. 1994 schuf eine weitere Splittergruppe der IRCA die „Ragamuffin“-Katze.

Das Wesen der Ragdoll-Katze

Den Namen „Ragdoll“ gab Ann Baker ihren neuen Katzen aufgrund einer ungewöhnlichen Verhaltensweise: Weil sich die Katzen beim Hochheben einfach schlaff hängen ließen, erinnerten sie Baker an die typisch amerikanischen Stoffpuppen. Warum sich die Ragdolls gerne so hängen lassen, konnte bis heute nicht geklärt werden. Auch das Gerücht, dass diese Tiere keinen Schmerz empfinden können (und immer wieder in abenteuerliche Situationen geraten), konnte nicht wissenschaftlich belegt werden.

Ihre friedfertige, anhängliche Art hat die Ragdoll zu einer sehr beliebten Familienkatze werden lassen, die längst weit über die USA hinaus Fans gefunden hat. Auch mit Kindern und Hunden verstehen sich die meisten Ragdolls gut.

Das Aussehen der Ragdoll Katze

Während die Katzen mit rund 5-6 kg Gewicht im Durchschnitt liegen, bringen es die Kater auf bis zu 10 kg und eine Länge von 120 Zentimetern. Die Ragdolls zeichnen sich durch ihr flauschiges seidiges Fell mit langem buschigem Schwanz und zumeist blauen Augen aus. Anerkannte Farben sind seal, flame und chocolate, sowie die abgeschwächten Formen blue, lilac und cream. Bei den Mustern sind „pointed“, „mitted“ und „bicolor“ zugelassen.

Da die Ragdolls zu Übergewicht neigen, muss gut auf eine gesunde Ernährung und Bewegung geachtet werden. Außerdem sollten zukünftige Besitzer wissen, dass die Ragdoll neben der Siamesin zu den Katzen mit der niedrigsten Lebenserwartung gehören: Lediglich 63% der Rasse werden zehn Jahre alt oder noch älter.

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