Die Tollwut ist eine der bekanntesten Tierkrankheiten überhaupt und bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt. Da sie zahllose wild lebende Säugetiere infiziert, konnte sie in Europa nie wirklich ausgerottet werden. Als Hauptüberträger gelten in unseren Regionen Füchse und Mäuse. Und obwohl der „tollwütige Hund“ sprichwörtlich geworden ist, können sich auch freilaufende Katzen Tollwut einhandeln – meistens durch von ihr eingefangene Mäuse.

Auch der Mensch kann sich mit Tollwut infizieren, zum Beispiel wenn er durch einen infizierten Hund gebissen wird. In Deutschland ist die Gefahr für Menschen an Tollwut zu erkranken jedoch gering: In den 23 Jahren zwischen 1977 und 2000 gab es ganz fünf Tollwutfälle – und drei dieser Infektionen erfolgten im Ausland. Auch Katzen erkranken in Deutschland nur sehr selten an Tollwut, da junge Kätzchen in der Regel direkt gegen Tollwut geimpft werden und die meisten Regionen ohnehin als tollwutfrei gelten.  Ganz ausgeschlossen werden kann eine Infektion jedoch nie, so dass diese Impfung auf jeden Fall durchgeführt werden sollte.

Die Bekämpfung der Tollwut

Die Tollwut führt bei Mensch und Tier fast immer zum Tod. Eine Behandlung gibt es nicht. Daher wurde in den letzten Jahrzehnten sehr viel Geld darin investiert, nicht nur Haustiere flächendeckend gegen Tollwut zu impfen, sondern auch Wildtiere. Leider kann sich der europäische Kontinent nicht so gut gegen Tollwut schützen wie beispielsweise die britischen Inseln, wo seit vielen Jahren strenge Quarantäneregeln für einreisende Tiere gelten und Wildtiere den Sprung über den Kanal ohnehin nicht schaffen. Daher ist es theoretisch auch in Deutschland immer wieder möglich, dass die Tollwut von wild lebenden Füchsen, Wölfen oder auch Fledermäusen eingeschleppt wird. Eine andere Gefahrenquelle sind wohlmeinende Touristen, die Hunde und Katzen aus Nordafrika oder Osteuropa nach Deutschland mitbringen, ohne vorher sicher zu gehen, dass diese Tiere auch wirklich vollkommen gesund und geimpft sind.

Die Übertragung erfolgt fast immer durch Tierbisse. Früher wurde die Tollwut fast immer durch Hundebisse auf den Menschen übertragen, doch mittlerweile häufen sich die Fälle, in denen Menschen durch Fledermäuse gebissen und infiziert wurden. Auch freilaufende Katzen können durch Tierbisse infiziert werden. Über die Schleimhäute gelangt das Virus zu den Nerven und von dort ins Gehirn, wo sie eine tödlich verlaufende Entzündung (Enzephalitis) verursachen.

Tollwut bei der Hauskatze

Bei der Tollwuterkrankung werden generell drei Phasen beobachtet: In der ersten Phase, die Prodromalstadium genannt wird, zeigt die Katze überraschende Verhaltensänderungen: Sonst zutrauliche Katzen gebärden sich auf einmal sehr aggressiv und reizbar, während scheue Katzen urplötzlich anschmiegsam und zutraulich sind. Manchmal tritt leichtes Fieber auf.

In der zweiten Phase, dem Exzitationsstadium, kommt es bei allen Katzen zu Bewegungsstörungen, Muskelzuckungen und Anfällen rasender Wut (die der Tollwut einst ihren Namen gab). Dabei tritt meistens starker Speichelfluss auf, der zum berühmtem „Schaum vor dem Mund“ führt.

In der letzten Phase nehmen die Lähmungen zu und die Katzen leiden unter Schüttelkrämpfen. Die Aggressivität lässt nun nach, da sich die Katze kaum noch bewegen kann. Diese Phase dauert etwa einen Tag, ehe das Tier kläglich verstirbt.

Meldepflicht für Tollwut

Bestätigt sich der Verdacht auf Tollwut bei der Katze, wird der Tierarzt sie sofort einschläfern lassen – dies ist für den Besitzer zwar schrecklich, erspart der Katze aber einige schwere Leidenstage und eine Heilung ist ohnehin nicht möglich. Tollwut ist aufgrund der Gefahren für Mensch und Tier unbedingt meldepflichtig. Ganz wichtig: Besteht Verdacht auf Tollwut, darf die Katze nicht zum Tierarzt gebracht werden um Ansteckungen zu vermeiden. Die Katze sollte an einem isolierten Ort untergebracht werden, wo sie nicht mit anderen Tieren und Menschen in Kontakt kommen, dann muss der Amtstierarzt verständigt werden.

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