Immundefizienzsyndrom der Katze (FIV)

Es klingt erstaunlich, ist aber wahr: Auch Katzen können an einer Art AIDS erkranken und sterben. Auslöser der Krankheit ist das Feline Immundefizienz-Virus, kurz FIV.  FIV kann nicht auf den Menschen übergehen und HIV nicht auf die Katze – immerhin. Auf die leichte Schulter nehmen sollten Katzenbesitzer FIV jedoch nicht, denn die Krankheit ist genau wie ihr menschliches Gegenstück bislang nicht heilbar  und verläuft in den meisten Fällen irgendwann tödlich.  Mediziner schätzen, dass rund 11% der Katzen weltweit mit FIV infiziert sind.

Die Geschichte von FIV

Die Entstehungsgeschichte des Felinen Immundefizienz-Virus ähnelt der von HIV. Tierärzte standen einem Krankheitsausbruch in Kalifornien zunächst ratlos gegenüber, ehe sie den neuen Virus im Labor identifizieren konnten. Kurz darauf wurde FIV dann auch bei wildlebenden Katzenarten und bei Hauskatzen in der ganzen Welt zum ersten Mal nachgewiesen. Viele Katzen leben jahrelang scheinbar problemlos mit dem Virus und sterben aus anderen Gründen, ehe die Immunschwäche wirklich zuschlägt. Bei der Hauskatze – um die es auf dieser Website schließlich geht – ist die Chance auf einen Ausbruch der Krankheit auch deswegen größer, weil sie durch gute Pflege und tierärztliche Versorgung wesentlich länger lebt als Wildkatzen.

2002 wurde in den USA ein erster Impfstoff gegen FIV präsentiert, der jedoch bislang noch keinen umfassenden Schutz gegen alle unterschiedlichen Stämme des Virus bietet. Die Medizin forscht jedoch sehr eifrig daran, da sie sich daraus auch Erkenntnisse für die Entwicklung von Impfstoffen gegen HIV erhofft.

Der Krankheitsverlauf bei FIV

Zunächst einmal zur Beruhigung: Einzeln lebende Hauskatzen, die nur wenig Freilauf bekommen, bekommen in der Regel kein FIV. Gefährdet sind vor allem erwachsene männliche Kater, die sich häufiger mit Artgenossen um ihre Reviere streiten und in Beißereien verwickelt werden, bei denen Blut fließt.

Kommt es zu einer Infektion, leidet die Katze unter Fieber, geschwollenen Lymphknoten und einer Abnahme der weißen Blutkörperchen. In diesem Stadium kann der Tierarzt FIV schon diagnostizieren.  Diese erste Infektion geht meistens schnell vorbei und die Katze lebt danach meistens jahrelang ganz normal weiter, ohne dass ihr etwas anzumerken ist. Erst in einem späteren Stadium kommt die Krankheit – Katzen-AIDS – dann voll zum Ausbruch. Durch die Immunschwäche treten zahlreiche Symptome wie Lähmungen, Fieber, Durchfall und chronische Entzündungen auf. Die Katze hat keinen Appetit mehr, verliert rapide an Gewicht und das Fell wird stumpf. Teilweise kann sie auch Verhaltungsstörungen an den Tag legen. Je nach konkretem Virus sterben die Katzen innerhalb eines Jahres nach Ausbruch der Immunschwäche.

Hohe Belastung des Besitzers

Wie beim menschlichen AIDS kann sich auch das Katzen-AIDS jahrelang hinziehen. Für den Besitzer ist es schrecklich mitanzusehen, wie die Katze immer stärker abbaut. Zudem müssen sie sich auf zahlreiche Besuche beim Tierarzt gefasst machen um die durch die Immunschwäche verursachten Krankheiten zu behandeln und das FIV selbst zu kontrollieren. Lebt die erkrankte Katze mit anderen Katzen zusammen, sollte sie von diesen möglichst isoliert werden, um eine Ansteckung zu verhindern.

Erkrankt eine Katze an FIV, steht natürlich immer die Frage im Raum, ob eine Einschläferung sinnvoll ist. Dies muss letztendlich jeder mit sich selbst und seinem Gewissen ausmachen. Ich selbst bin ich der Ansicht, dass eine an FIV erkrankte Katze, die ansonsten noch komplett gesund und munter ist,  ihr Leben ebenfalls leben dürfen sollte – so wie Menschen mit HIV heute auch ganz normal leben. Erst wenn das Katzen-AIDS wirklich ausbricht und die Katze unter zahlreichen Krankheiten leidet und es ihr sichtbar elend geht, ist es vermutlich sinnvoller, sie aus ihrem Leiden zu erlösen – denn eine Heilung gibt es ohnehin nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.