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Katzen barfen – aber bitte richtig

„Barfen“ ist eine Ernährungsmethode, die in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden hat. Der Ausdruck Barfen leitet sich von der englischen Abkürzung BARF ab, die wiederum für „Bones and Raw Food“ steht – auch wenn sich in Deutschland die Auslegung „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ entwickelt hat. Kurz gesagt handelt es sich dabei um die ausschließliche Fütterung der Katze mit rohem Fleisch – ganz im Sinne von Mutter Natur, denn ursprünglich haben sich Katzen schließlich auch von selbstgefangenen Mäusen, Vögeln und anderen kleinen Tieren ernährt.

Dazu kommt ein wachsendes Unwohlsein gegenüber der Tierfutterindustrie und der Fertignahrung, die für Katzen oft viel zu reichhaltig ist. In einer Zeit, in der so mancher fehlgeleitete Tier“freund“ seinen Katzen eine vegane Ernährung aufzwingt, ist das Barfen ganz sicher die sinnvollere Gegenentwicklung. Allerdings müssen dabei auch einige Dinge beachtet werden.

Was gehört zur artgerechten Katzenernährung?

Wer sich vor Augen hält, dass Katzen selbstgefangene Mäuse mit „Haut und Haaren“ verspeisen – also auch mit Fell und Knochen, begreift schnell, dass Katzen nicht auf das matschige Katzenfertigfutter aus der Dose angewiesen sind. Viel wichtiger ist die Gesamtversorgung der Katze mit allen wichtigen Proteinen und Nährstoffen. So benötigen Katzen Taurin (eine Aminosäure) und Vitamin A, da sie beides nicht selbst produzieren können. Geliefert werden diese Nährstoffe vor allem von den Innereien der Beutetiere, wie dem Herzen und der Leber. Für das Barfen bedeutet dies wiederum, dass die Katze nicht ausschließlich Muskelfleisch bekommen sollte, sondern auch Innereien (wobei das Herz dank der Herzmuskeln zum Muskelfleisch gezählt wird).

Was auch gerne vergessen wird ist die Tatsache, dass Katzen über den Mageninhalt ihrer Beutetiere Getreide und Gras zu sich nehmen. Eine Katze darf daher nie ausschließlich nur mit Rohfleisch versorgt werden, sondern muss ebenfalls mit bestimmten Ballaststoffen versorgt werden. Die Knochen der Beutetiere wiederum liefern wichtiges Calcium.

Was bekommt die Katze beim Barfen?

Der größte Teil des Futters sollte aus Muskelfleisch bestehen, das der Katze die notwendigen Proteine liefert.   Allerdings sollte die Katze auch Innereien wie Leber und Herz zu fressen bekommen und ab und zu Knochen zum Knabbern. Eine Möglichkeit, sich regelmäßig mit gutem Frischfleisch zu versorgen, ist natürlich der Metzger des Vertrauens. Rindfleisch und Lammfleisch können gut verfüttert werden.

Schweinefleisch ist dagegen mit Vorsicht zu genießen, da rohes Schweinefleisch mit Aujeszky-Viren verseucht sein kann, die die Pseudo-Tollwut auslösen kann. Offiziell gilt Deutschland zwar seit 2004 als aujeszky-frei, doch wenn die Lebensmittelskandale der letzten Jahre eines gezeigt haben, dann, dass die Wege des Fleisches in Europa unergründlich sind. Wer seinem Metzger nicht 100% vertraut, dass das Schwein in der eigenen Region aufgewachsen ist, sollte Schweinefleisch nur gekocht reichen.

Eine andere bequeme Alternative ist Geflügel in Form eines kompletten Hühnchens – so bekommt die Katze sämtliche Bestandteile auf einmal. Weitere geeignete Fleischarten sind Kaninchen und Hasen (außer dem Darm) und natürlich Fisch, den Katzen ohnehin lieben.

Wasser und Ballaststoffe nicht vergessen

Wenn Katzen in der Natur Beutetiere erlegen und fressen, nehmen sie über diese auch ausreichend Wasser auf, denn Tiere bestehen zu rund 70% aus Wasser. Bei „fertigem“ Fleisch ist dies jedoch nicht der Fall, so dass unbedingt auf ausreichendes Trinkwasser geachtet werden muss. Dies sollte jedoch eigentlich kein Problem darstellen, wenn der Katze ein stets gefüllter Trinknapf zur Verfügung steht.

Ballaststoffe spielen zwar eher eine untergeordnete Rolle in der Katzenernährung, dürfen aber nicht vollständig vergessen werden. Gemüse ist hier weit sinnvoller als z.B. Getreide oder gar Hülsenfrüchte, die zu Blähungen führen. Dazu kann der Katze ab und zu etwas geraspeltes Gemüse zum Futter gegeben werden.

In jedem Fall sollte die Katze zunächst behutsam an die neue Ernährung herangeführt werden und nicht von heute auf morgen mit dem Barfen konfrontiert werden. Sinnvoll ist auch ein Beratungsgespräch mit dem Tierarzt um mögliche Sonderbedürfnisse der eigenen Katze abzuklären und fachkundigen Rat zu bekommen, was gefüttert werden sollte und was nicht.

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